v.l.n.r. Georg Konjovic, Sigrd Uray- Esterer, Mario Koller

Zeit für Geld: Was sind zeitgemäße Arbeitszeitmodelle?

ArbeitsrechtAktualisiert am: 21. November 2024
12 Min.

In der neuen Folge von Zeitausgleich steht die Diskussion um flexible Arbeitszeitmodelle und deren Auswirkungen im Fokus. Traditionelle Ansichten über Zeit als Gegenleistung für Geld werden zunehmend hinterfragt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, mit dem Wandel Schritt zu halten und innovative Arbeits(zeit)modelle zu entwickeln, die den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter*innen gerecht werden. Hier werden die Situation am Arbeitsmarkt, Trends als auch Erfahrungsbeispiele aus der Praxis mit ihren Vor- und Nachteilen diskutiert.

Die Teilzeitquote in Österreich ist in den letzten 20 Jahren um mehr als zehn Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 31 Prozent (Quelle: Statistik Austria). Der Arbeitsmarkt hat auf die neuen Anforderungen in Bezug auf die Arbeitszeit unterschiedliche Antworten. Diese Antworten geben und diskutieren Georg Konjovic mit Sigrid Uray-Esterer (Comfluencerin - Kommunikation & Personal Branding) und Mario Koller (Co-CEO und Chief Innovation Manager bei Drehm Pharma GmbH) in einer neuen Folge von Zeitausgleich. Der Podcast zur Arbeitswelt in Österreich.

Geschichte und aktuelle Situation von Arbeitszeit am österreichischen Arbeitsmarkt

In den Medien liest man Schlagzeilen wie „Vollzeitbeschäftigte gehen in Pension“, „Immer mehr wollen weniger arbeiten“. Man spricht von einem Teilzeit-Boom. Die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen in Teilzeit ist tatsächlich von Jahr zu Jahr gestiegen: 2021 noch bei zehn Prozent lag, stieg diese 2022 auf 13 Prozent und 2023 bereits auf 15 Prozent an.

Anteile der Vollzeit- und Teilzeitstellen auf karriere.at im Jahresvergleich

Die gesetzliche Regulierung von Arbeitszeit begann in Österreich im 19. Jahrhundert:

  • 1885 hat man zum ersten Mal einen elfstündigen Arbeitstag, die Sechs-Tage-Woche und eine 24-stündige Sonntagsruhe gesetzlich geregelt.

  • 1919 wurde der Arbeitstag auf acht Stunden reduziert und die 48-Stunden-Woche eingeführt.

  • 1959 wurde zwischen den Sozialpartnern im Rahmen eines Generalkollektivvertrags die Arbeitswoche mit 45 Stunden vereinbart.

  • 1975 wurde die 40-Stundenwoche eingeführt.

Die Diskussion um die Arbeitszeit hat eine lange Geschichte. Warum hat die Debatte um Stundenreduktion, 4-Tage-Woche, Arbeitszeitflexibilisierung jetzt wieder so an Aktualität gewonnen? Sigrid Uray-Esterer sieht dafür vor allem die folgenden zwei Gründe:

1. Viele Organisation mussten durch die Pandemie andere Arbeitsformen auszuprobieren, allen voran Homeoffice. Damit einhergehend musste man sich folgende Fragen stellen:

Sigrid Uray Esterer
"Wie wollen wir, wie können wir überhaupt miteinander arbeiten? Und da sind einfach irrsinnig viele Fragen aufgekommen. Also angefangen vom hybriden Führen: Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitenden um, wenn ich nicht über ihre Schulter schauen und sie kontrollieren kann? Hin zu: Was machen wir eigentlich daheim?"
Sigrid Uray-EstererComfluencerin - Kommunikation & Personal Branding

2. Bedürfnis nach anderen, flexiblen Arbeitsmodellen verstärkt aufgekommen.

Einerseits muss man die wirtschaftlichen Aspekte fürs (Wieder-)Aufkommen der Debatte rund um Arbeitszeit in Betracht ziehen. Andererseits gibt es dafür auch gesellschaftspolitische Gründe. Heute arbeiten 13 Prozent der erwerbstätigen Männer und 51 Prozent der Frauen in Teilzeit. Die Gründe für Teilzeitarbeit sind unterschiedlich, jedoch sind deutliche Geschlechtsunterschiede zu erkennen: Während Frauen vor allem in Teilzeit arbeiten, um Care-Arbeit zu leisten, sind die Hauptgründe bei den Männern der Wunsch nach mehr Freizeit oder ein berufsbegleitendes Studium (Quelle: Arbeitszeit im Wandel 2023).

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Ein Lösungsansatz, welcher in der Podcast-Folge diskutiert wird, ist das Job-Sharing-Modell. Wenn du dich für dieses Thema interessierst, höre in die Folge rein oder schau auf den folgenden Blogartikel:

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Leistung messen

Viele Diskussion rund um die Arbeitszeit basieren auf einem sehr klassischen Betrachtungsmodell beim Thema Arbeit: Geld wird gegen Zeit getauscht. Muss Stundenreduktion gleichzeitig weniger Gehalt bedeuten?

Eine Umfrage hat ergeben, dass sich jede*r Zweite nicht leisten kann, in Teilzeit zu arbeiten (Quelle: Arbeitszeit im Wandel 2023). Die finanzielle Komponente spielt daher eine große Rolle in der Wahl des Arbeitszeitumfangs. Darüber hinaus sind viele gut bezahlte Positionen, wie beispielsweise Führungspositionen, häufig nur als Vollzeit ausgeschrieben sind.

Benötigen wir eine neue Betrachtung, wie Wertschöpfung gemessen werden kann? Auf diese Frage hat Mario Koller eine klare Antwort:

Sigrid Uray Esterer
„Wir brauchen absolut eine neue Betrachtung. Und diese Frage beschäftigt mich jetzt seit eineinhalb Jahren massiv, wie man das besser hinkriegt. Da hängt so viel dran mit den eigenen Mitarbeiter*innen zu arbeiten, was es bedeutet, Output richtig zu messen, Bezahlungen nicht nach Zeit durchzuführen, nur weil wir es einfach gewohnt sind.“
Mario KollerCo-CEO und Chief Innovation Manager bei Drehm Pharma

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... usw. ...

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Viele weitere Aspekte zu Arbeitszeitflexibilisierung

  • Welche soziale Verantwortung Unternehmen tragen?

  • Was bedeutet Time-Flexibility-Washing?

  • Generationsunterschiede und -konflikte

  • Flexible Arbeitszeiten und Personalkosten.

Video